Motivation und Ausgangslage

Als zentraler Bestandteil des Gesundheitssystems erbringen Krankenhäuser gesellschaftlich wichtige Gesundheitsdienstleistungen. Die medizinischen Kernprozesse werden dabei durch zahlreiche Logistikprozesse unterstützt, die insbesondere durch hohe Anforderungen hinsichtlich Qualität, Individualisierung auf einzelne Patienten, Echtzeitreaktionsfähigkeit und Kosteneffizienz gekennzeichnet sind.

Heutzutage sind diese Logistikprozesse in vielen Krankenhäusern geprägt von Ineffizienz und Verschwendung, aufgrund  historisch gewachsener Strukturen und Papier-gestützen Anforderungen. Deshalb nehmen Logistik-bezogene Aufgaben in Krankenhäusern einen hohen Anteil der zur Verfügung stehenden Zeit von Ärzten und Pflegepersonal in Anspruch. Das eigentliche wertschöpfende Kerngeschäft – die Diagnostik, Behandlung und Pflege des Patienten – wird hierdurch stark beschnitten.

Ziel des Projekts

In Anlehnung an die Vision der Industrie 4.0 und die Digitalisierung des Gesundheitswesens verspricht der Einsatz digitaler Technologien durch die Verfügbarkeit relevanter Informationen in Echtzeit, mittels der Vernetzung aller am Klinikbetrieb beteiligten Akteure und Ressourcen, erhebliches Potential für eine qualitativ verbesserte und effizientere Krankenversorgung.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes Hospital 4.0 ist die Weiterentwicklung und beispielhafte Umsetzung von innovativen Logistiksystemen in Krankenhäusern durch den Einsatz digitaler Technologien. Dies ermöglicht eine Steigerung der Qualität und Effizienz von Krankenhauslogistikprozessen, woraus sich eine verbesserte Versorgung der Patienten ergibt.

Ansatz

Ansatzpunkt des Projektvorhabens ist die Erarbeitung eines zukunftsfähigen Referenzmodells des Hospitals 2030. Anschließend wird eine umfassende Analyse der bestehenden Logistikprozesse durchgeführt und digitale Technologien auf ihre Eignung hin geprüft. Für die Messung und Bewertung des aktuellen Digitalisierungsgrads werden die zwei Prozesse der Lagerhaltung/Kommissionierung und der Bettenlogistik herangezogen. Hierfür wird auf etablierte Methoden wie die Wertstromanalyse und Value Added Heat Maps zurückgegriffen. Aus dem Abgleich des Digitalisierungsgrads mit dem Referenzmodell ergibt sich die Identifikation von, durch digitale Technologien zu hebende, Potentialen zur Verbesserung der beiden Prozesse. Handlungsempfehlungen werden abgeleitet und im Rahmen einer prototypischen Umsetzung pilotiert. Zudem wird die Gesamtheit an abgeleiteten Maßnahmen, entwickelten Methoden, durchgeführten Erhebungen, und Potenzialanalysen in einem Lernkonzept aggregiert.

Projektkonsortium

Das Projekt wird von fünf Projektpartnern durchgeführt und im Rahmen des Förderschwerpunkts „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.